Es ist praktisch, mit Freunden, Bekannten und Kollegen über ein soziales Netzwerk wie „Facebook“, „StudiVZ“ oder „Stayfriends“ Kontakt halten zu können. Oftmals funktioniert die Kommunikation hier schneller als per E-Mail und man kann auch mit mehreren Menschen gleichzeitig in Kontakt stehen. Soziale Netzwerke sind in den vergangenen Monaten aber immer wieder ins Gerede gekommen, weil viele Nutzer dort leichtfertig und ahnungslos zu viele Informationen von sich preisgeben.
So kommt man ’rein
Ein soziales Netzwerk ist ein geschlossenes System. Um hineinzukommen, braucht man ein Benutzerkonto. Erster Schritt dahin: Der neue Nutzer legt ein Profil an – eine Art digitale Visitenkarte. Hier lassen sich persönliche Daten eintragen. Im Studenten-Netz „StudiVZ“ veröffentlichen die Nutzer dabei auch das Studienfach, die Hochschule, mögliche Hobbys, die Lieblingsbücher oder auch die Art des Nebenjobs. In einem Business-Netzwerk wie „Xing“ findet man Daten zum bisherigen beruflichen Werdegang, Angaben zu erreichten berufliche Qualifikationen und den Beweggründen dafür, warum man in „Xing“ vertreten ist. Die meisten Nutzer stellen in ihr Profil auch ein Foto ein.
Netze für jeden Geschmack
Mittlerweile gibt es jede Menge sozialer Netzwerke für die unterschiedlichsten Zielgruppen. Ein paar Beispiele: Schüler treffen sich bei „SchülerVZ“, Studenten in „StudiVZ“. Berufliche Kontakt werden bei „Xing“ geknüpft, alte Schulfreunde findet man über „Stayfriends“. Sehr beliebt in Nordamerika sind „Facebook“ und „MySpace“.
Suchen, finden und einladen
Anhand der eingegeben persönlichen Daten kann man dann von anderen über die interne Suchfunktion des sozialen Netzwerks gefunden werden. Sucht man zum Beispiel nach jemandem, der die gleiche Uni besucht hat wie man selbst, bekommt man all diejenigen angezeigt, die diese Hochschule eingetragen haben. Durch die Lektüre der Profile kann man dann feststellen, ob man die gefundenen Nutzer kennt und sie vielleicht seinem eigenen Netzwerk hinzufügen will. Dazu schickt man eine Art digitale Einladung an den anderen Nutzer.
Der Eingeladene bekommt bei seinem nächsten Besuch die Anfrage vorgelegt und kann sie annehmen oder ablehnen. Nimmt er sie an, wird er automatisch zum Adressbuch hinzugefügt und gehört ab sofort zum Netzwerk. Auf diese Weise kann man auch gezielt nach alten Kollegen, Bekannten oder Freunden suchen, indem man den Namen oder den Wohnort eingibt.
Gigantische Datenbank
Dadurch, dass so viele Menschen in den Systemen ihre persönlichen Daten angeben, entsteht eine sehr aktuelle, riesige Datenbank. Kein Wunder also, dass diese Datenbanken mittlerweile gezielt von Firmen ausgewertet werden. Auch als normaler Internet-Nutzer kann man ausprobieren, wie einfach das ist: So genannte „Meta-Suchmaschinen“ wie zum Beispiel „123people.de“ suchen alle verfügbaren Daten über eine Person zusammen und stellen sie auf einer Übersichtsseite dar. Die Daten stammen dabei uch aus sozialen Netzwerken.
Genauer gesagt: Aus nicht geschützten Einträgen in sozialen Netzwerken. Immer wieder gibt es außerdem Meldungen, nach denen die Betreiber von sozialen Netzwerken die Daten ihrer Nutzer an andere Firmen weitergegeben haben. Was viele Nutzer nicht wissen: Mit dem Einstellen von Daten, Fotos etc. räumt man den Netzwerk-Betreibern das Recht ein, diese kostenlos und weltweit zu nutzen. Im Klartext: Ein privates Foto könnte also ohne Weiteres zu Werbezwecken für das jeweilige Netzwerk-System eingesetzt werden.
Daten-Missbrauch
Aber auch andere Nutzer können die zugänglichen Daten missbrauchen. Wenn etwa Fotos eingestellt werden, können sich böswillige Nutzer zum Beispiel einen Spaß daraus machen, eine Fotomontage anzufertigen und im Internet zu verbreiten: Mit modernen Fotobearbeitungsprogrammen ist es ein Leichtes, zum Beispiel den Kopf eines ahnungslosen Nutzers auf einen nackten Körper zu setzen und das Foto dann im Internet zu verbreiten.
Von den Betreibern von „Facebook“ ist außerdem bekannt geworden, dass sie die Daten ihrer Nutzer an die Programmierer von Spielen weitergeben. Und schließlich: Firmen nutzen die frei zugänglichen Daten gezielt für Marketing-Maßnahmen. So bequem, einfach und billig wie heute war es für Verkäufer noch nie, an Hobbys, Vorlieben, Interessen, Adressen und Telefonnummern potenzieller Kunden zu kommen.
Der richtige Umgang
Viele Gegner sozialer Netzwerke empfehlen, die Systeme zu meiden – das wäre natürlich der sicherste Weg, Datenmissbrauch zu vermeiden. In vielen Gruppen (Schüler, Studierende) gehört es mittlerweile aber einfach „zum guten Ton“ in einem solchen Netzwerk vertreten zu sein. Die wichtigsten Regeln hierbei sind:
Stellen Sie Ihr Benutzerkonto generell so ein, dass Ihre Daten nur diejenigen sehen können, denen Sie das ausdrücklich erlaubt haben (die entsprechenden Funktionen finden sich häufig unter „Privatsphäre“ oder „Sicherheitseinstellungen“).
Stellen Sie keine Geburtsdaten, E-Mail-Adressen oder Anschriften in Ihr Profil.
Stellen Sie auf keinen Fall Ihre Telefon- oder Handynummer ins System. Überlegen Sie genau, ob Sie ein Foto einstellen wollen.
Immer mehr Nutzer verwenden Symbolfotos (Haustier, Stofftier, Auto …).
Man verstößt damit zwar gegen die Nutzungsbedingungen, aber: viele Nutzer verwenden einen falschen Namen (z. B. Spitznamen, den nur Freunde kennen).
In Business-Netzwerken keine privaten Daten wie Hobbys, Lieblingsmusik o. ä. einstellen.
Keine Bankdaten einstellen (!).
Prüfen Sie bei jedem Foto vor dem Einstellen, ob Sie es jedem Menschen auf der Welt (!) zeigen würden.
Ein professionelles Foto (Passbild o. ä.) benutzen.
Generell: lieber ein zu knappes als ein zu ausführliches Profil einstellen.
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